Sehenswürdigkeit

Altfinstermünz

Die Festung Altfinstermünz klebt an den Felsen entlang des Inns, in der Nähe des Dorfes Nauders in Tirol. In der Mitte des Wassers steht ein Brückenturm, der auf beiden Seiten von einer überdachten Holzbrücke flankiert wird.

Der Inn ist hier ein Grenzfluss. Die Festung steht in Österreich; wer den Fluss über die Brücke überquert, gelangt in den Kanton Graubünden in der Schweiz. Die Festung und die Brücke wurden 1472 von Erzherzog Sigismund von Österreich als Gerichtsgebäude und Zollstelle erbaut. Natürlich existierten die heutigen Grenzen noch nicht. Beide Flussufer gehörten zum Gebiet der Grafschaft Tirol, aber mit zwei rivalisierenden Bischöfen als Herrscher gab es Binnengrenzen und damit die Möglichkeit, Einfuhrzölle zu erheben. Sigismund wählte diesen unwirtlichen Ort am Fuße der steilen Finstermünzschlucht (minze = germanisch für steil), weil der Inn hier mit 38 Metern relativ schmal und damit “leicht” zu überbrücken ist. Zudem hatten die Römer den steilen Weg bereits eingeebnet, als sie hier Teile der Via Claudia Augusta bauten. In den Jahrhunderten nach ihrem Bau wurde die Festung immer wieder erweitert, bis das Zollamt 1779 aufgelöst wurde. Der Komplex wurde an den letzten Zollbeamten verkauft, der ihn in ein Gasthaus verwandelte. Neue Eigentümer kamen und gingen, bauten um und rissen ab. Im Jahr 2001 erwarb der österreichisch-schweizerisch-italienische Verein Altfinstermünz den gesamten Komplex und nach sorgfältiger Renovierung sieht die Festung heute noch so aus wie zu Beginn.

Die Festung kann zu Fuß oder mit dem Auto erreicht werden. Ein Museum in der Festung mit wechselnden Ausstellungen ist von April bis Oktober geöffnet. Daneben befindet sich das neue Restaurant Klausenschenke.

altfinstermuenz.com

© Stanglwirt, Caroline Hechenberger
© Christian Stemper 2012