Bad Radkersburg

Geteilte Stadt

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Mit ihrem ummauerten historischen Stadtkern und den Thermalbädern ist Bad Radkersburg in der Steiermark eine Touristenattraktion. Es ist aber auch eine geteilte Stadt. Der Stadtteil südlich der Mur liegt heutzutage in Slowenien. Eine grenzüberschreitende Entdeckungsreise.

Historische Fassaden, umgeben von einer mittelalterlichen Stadtmauer, romantische Gassen, Palmen, nette Geschäfte, gemütliche Cafés … wer durch das charmante Bad Radkersburg in der Steiermark schlendert, kann sich nicht vorstellen, dass die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg fast vollständig in Trümmern lag. „Von den 321 Häusern waren nur noch vier unbeschädigt“, erzählt uns Stadtführer Alois Münster.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs, am 15. April 1945, hatten russische Soldaten Radkersburg eingenommen. Die besiegten deutschen Truppen flohen über die Brücke nach Oberradkersburg (Gornia Radgona auf Slowenisch) am rechten Murufer im damaligen Jugoslawien. Sie sprengten die Eisenbahn- und Fußgängerbrücke über den Fluss und schossen Radkersburg buchstäblich von der anderen Seite des Wassers in Schutt und Asche.

Auch nach dem Krieg blieb es turbulent. Jugoslawien beanspruchte Radkersburg und wollte es mit Gornia Radgona wiedervereinigen, dem Stadtteil, den Österreich bereits nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Friedensvertrag von St. Germain 1920 verloren hatte. Die Mur wurde als Grenze zwischen Österreich und dem Königreich Serbien, Kroatien und Slowenien (später Jugoslawien) festgelegt. Radkersburg – 1182 erstmals erwähnt – war nach mehr als achthundert Jahren eine geteilte Stadt geworden.

Italienische Baumeister

Innenhof Stadtschloss

Erst nachdem Jugoslawien 1949 seinen Anspruch auf den österreichischen Teil Radkersburgs aufgegeben hatte, konnte die 1.500-Seelen-Stadt aus der Asche auferstehen. In dieser Zeit der wirtschaftlichen Malaise war die Wertschätzung des kulturellen Erbes keineswegs selbstverständlich. Dennoch beschloss der damalige Bürgermeister Alfred Merlini, das schwer zerstörte historische Zentrum vollständig zu restaurieren. „Er hat seine Vision schon durchsetzten müssen“, sagt Münster. „Ein Neubau wäre schneller und weniger kostspielig als die Wiederherstellung im alten Glanz gewesen. Im Nachhinein können wir ihm nur dankbar sein. Im Jahr 1978 wurde Radkersburg sogar als erste Stadt in Österreich mit dem Europäischen Goldenen Ehrenzeichen für die Erhaltung des historischen Stadtkerns ausgezeichnet.

Park vor der Stadtmauer

Gebäude aus dem Mittelalter, der Renaissance, dem Barock und dem Fin de Siècle sind im Stadtzentrum harmonisch vereint. Charakteristisch ist auch die gut erhaltene Festung mit sechs (von ursprünglich sieben) polygonalen Bastionen und zurückgesetzten Flanken im italienischen Stil. Die für die damalige Zeit äußerst moderne Festung wurde im 16. Jahrhundert von dem Italiener Domenico dell’Allio im Auftrag des habsburgischen Kaisers Ferdinand 1. erbaut. Sie sollte die osmanischen Invasoren aufhalten, da Radkersburg und eine Reihe anderer Städte eine wichtige Verteidigungslinie um die Handelsstadt Graz bildeten. Nach Dell’Allio errichteten italienische Architekten auch zahlreiche Bürgerhäuser und Paläste mit charakteristischen Arkadengalerien im Renaissance-Stil, wie das ehemalige Palais Herberstorff aus 1583 und das Regionalmuseum im ehemaligen Zeughaus aus 1588. Kein Wunder, dass Sie sich hier vorstellen könnten in Italien zu sein, vor allem, wenn im Sommer die wöchentliche Veranstaltung ‚Flanieren und Radieren‘ an Freitagabenden stattfindet. Überall spielen Bands, Chöre und Musikensembles, Restaurants decken ihre Tische auf den Straßen und an Ständen können Sie lokale Produkte probieren und kaufen.

Größter Weinmarkt

Altes Rathaus

Die historische Rolle von Radkersburg ist um ein Vielfaches größer, als ihre Größe vermuten lässt. An der Mur und an wichtigen Handelsstraßen in Richtung Ungarn gelegen, erwarb die Stadt zahlreiche Privilegien, wie das Recht, Mautgebühren zu erheben und (ab 1428) das ausschließliche Recht, den gesamten Wein von den Bauern der Gegend zu kaufen und zu handeln. Bereits 1383 war jeder Händler verpflichtet, seine Waren drei Tage lang in der Stadt anzubieten. Dies sorgte für ein lebendiges Markttreiben. Auf dem jährlichen Kolomoni-Markt am 13. Oktober wurden an einem einzigen Tag 150.000 Liter Wein und fünfzig Tonnen Honig (das Süßungsmittel des Mittelalters) gehandelt. Der wirtschaftliche Wohlstand lockte Handwerker wie Müller, Schlosser, Fassbinder und Weber nach Radkersburg. Ein einzigartiges Relikt aus dieser Zeit sind siebzehn Zunftkästen aus Eichenholz, die jeweils das komplette Archiv der betreffenden Zunft enthalten. Diese Sammlung – eine der größten in Europa – hat auf wundersame Weise zahlreiche Stadtbrände, Überschwemmungen und zwei Weltkriege überlebt und ist heute der größte Schatz des ‚Museums im Zeughaus‘.

Seine Blütezeit ging in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu Ende. Die osmanische Bedrohung, Reformation und Gegenreformation, Missernten, Stadtbrände, Epidemien und Überschwemmungen bestimmten jahrhundertelang das Leben. Auch der Verlust der Hälfte des Territoriums an Jugoslawien im Jahr 1920 war ein schwerer Schlag, umso mehr, als viele Winzer dort ihre Weingärten hatten. Die Grenze zum ehemaligen Oberradkersburg wurde streng bewacht, auch nachdem Österreich und Jugoslawien 1969 gemeinsam eine neue Brücke über die Mur gebaut hatten, um die Notbrücke der Nachkriegszeit zu ersetzen.

Quellwasser

Parktherme

Bürgermeister Merlini war in vieler Hinsicht ein Visionär. Er erkannte, dass es nicht ausreichte, das historische Stadtzentrum zu restaurieren. Wegen ihrer Lage an der Peripherie Österreichs – mit dem Rücken zum Eisernen Vorhang – hatte Radkersburg mit Entvölkerung und wirtschaftlicher Malaise zu kämpfen. Es musste etwas getan werden, um den Einwohnern eine neue Perspektive zu geben. Merlini wusste, dass bereits 1927 vergeblich nach Öl gesucht, aber Brunnenwasser gefunden worden war, aber es wurde nie etwas damit gemacht. Er beschloss, das Wasser analysieren zu lassen und stieß dabei auf einen Schatz. Es stellte sich heraus, dass sein Wasser von allen Quellwässern in ganz Österreich den höchsten Magnesiumgehalt aufweist. 1962 wurde es als Heilwasser anerkannt, besonders geeignet für Gelenkbeschwerden und urologische Erkrankungen. Merlini ließ ein Kurzentrum und ein Thermalbad bauen. 1975 wurde Radkersburg offiziell zum Kurort ernannt und durfte dem Namen das ‚Bad‘ voranstellen. Seither hat der (Kur-)Tourismus stetig zugenommen und ist zu einer der wichtigsten touristischen Attraktionen der Steiermark geworden. Der Stadtführer Alois Münster beschreibt es so: „Radkersburg stand nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Nichts und aus diesem Nichts heraus gelang es Merlini, Wohlstand zu schaffen“.

Kirchturm Gornje Radgona

Umso erschreckender war es, als Bad Radkersburg Anfang der neunziger Jahre wegen ihrer Grenzlage in einen Krieg hineingezogen zu werden drohte. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989 wollte Slobodan Milošević alle Serben in Jugoslawien in einem ethnisch serbischen Staat vereinen. Slowenien akzeptierte dies nicht und proklamierte am 25. Juni 1991 die Unabhängigkeit, was zu einer Invasion der jugoslawischen Armee führte. Stadtführer Münster: „Der Kirchturm in Gornja Radgona wurde bombardiert und brannte ab. Die jugoslawischen Kampfflugzeuge flogen auch über Bad Radkersburg und ihre Panzer standen auf der Brücke über die Mur. Man konnte die ganze Zeit Maschinengewehrsalven hören, und da die Kugeln auch über den Fluss flogen, war der Bezirk entlang des Ufers eine No-Go-Area. Da befürchtet wurde, dass Jugoslawien aufgrund ihrer strategischen Lage auch Bad Radkersburg einnehmen wollte, wurde uns als Bevölkerung geraten, die Stadt zu verlassen. Das war eine unglaublich spannende Zeit“.

Schloss Oberradkersburg / Chateau Agata

Die Kämpfe, die später als Zehn-Tage-Krieg bekannt wurden, dauerten vom 27. Juni 1991 bis zum Waffenstillstand am 3. Juli, wonach am 7. Juli der Frieden unterzeichnet wurde. Dies bedeutete für Slowenien das endgültige Ende der jugoslawischen Periode. Im Jahr 2004 wurde das Land Mitglied der Europäischen Union und seit 2007 ist es Teil des Schengen-Raums und wurden die Grenzkontrollen zwischen Bad Radkersburg und Gornja Radgona aufgehoben. Viele Einwohner von Gornja Radgona arbeiten in den Parkthermen oder in einem der Hotels in Bad Radkersburg. Sie erledigen in Bad Radkersburg ihre Einkäufe und ihre Kinder studieren an der Höheren Technischen Lehranstalt. Einige gehen dort auch in die Primar- oder Sekundarschule. Umgekehrt bauen Winzer aus Bad Radkersburg wieder Wein in Slowenien an.

Bier

Die beschädigte Brücke wurde 2008 in österreichisch-slowenischer Zusammenarbeit gründlich saniert und erhielt eine bessere Beleuchtung, Rad- und Gehwege, elegante Geländer und sogar Sitze in Vorsprüngen über dem Wasser. Sie ist nun wieder eine echte Verbindung zwischen den beiden Teilen der Stadt.  Wenn Sie nach Gornja Radgona überqueren, sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten die Keller eines hundertfünfzig Jahre alten Sektproduzenten, die Burg Oberradkersburg und die Kirche (mit ihrem restaurierten Turm) mit Fresken des mittelalterlichen Malers Johannes Aquilla. In vielen gewöhnlichen Häusern sind noch immer Spuren von Einschüssen aus dem Zehn-Tage-Krieg sichtbar. Obwohl es in diesem Teil der Stadt auch schöne Gebäude gibt, sehen einige von ihnen leider immer noch stark vernachlässigt aus. Viele der Häuser wurden nach der slowenischen Unabhängigkeit an die Erben der zuvor enteigneten österreichischen Eigentümer zurückgegeben. Da sie ihr Leben nun anderswo aufgebaut haben, ziehen sie es vor, die Grundstücke zu verkaufen. Aufgrund des schlechten Erhaltungszustands ist dies jedoch kaum möglich, mit der Folge, dass sie zunehmend verfallen.

Um einen solchen Kreislauf zu durchbrechen, braucht man wieder Menschen mit Visionen, wie den jungen slowenischen Unternehmer Vasja Golar. Als er in seiner Heimat eine Brauerei für Craft Beer eröffnen wollte, stieß er auf eine Überdosis Bürokratie. Und so steht seine Brauerei Bevog nun in Bad Radkersburg. Wie Alois Münster es ausdrückt: „In meiner Jugend haben wir die Menschen auf der anderen Seite des Wassers mit Misstrauen betrachtet und wahrscheinlich auch umgekehrt. Jetzt ist unsere Welt viel größer, buchstäblich und auch in den Köpfen der Menschen. Wegen des Flüchtlingsproblems hört man manchmal den Ruf, die Grenzen wieder zu schließen. Um ehrlich zu sein, hoffe ich, das nie wieder zu erleben.“

Tipps & Adressen

Allgemein

Bad Radkersburg liegt in der Steiermark an der Grenze zu Slowenien und etwa achtzig Kilometer südlich von Graz. Die Stadt hat einen eigenen Bahnhof. Es gibt einen Shuttle-Service vom Flughafen Graz. Mit dem Auto folgen Sie ab dem Grenzübergang Passau der A9 nach Graz und dann Richtung Vogau-Gosdorf-Bad Radkersburg. In unmittelbarer Nähe von Bad Radkersburg können Sie radfahren, wandern oder eine Weinprobe machen. Bad Radkersburg liegt an dem Murradweg und grenzt an die Oststeirische Weinstraße. Das historische Zentrum bietet nur wenige Unterkunftsmöglichkeiten, aber in Gehdistanz zu den Stadtmauern liegen mehrere Hotels um die Parktherme herum. Informationen über Ausflüge in der Umgebung, Übernachtungsmöglichkeiten & Veranstaltungen: badradkersburg.at

Nächtigen

Birkenhof

Kleines, ruhig gelegenes Familienhotel etwa dreihundert Meter von der Parktherme Bad Radkersburg entfernt, mit geräumigen, gepflegten Zimmern (teilweise im Erdgeschoss mit Terrassentüren zum Garten) und einer gemütlichen Bar mit Terrasse.

Thermenstraße 8, birkenhof-radkersburg.at

Toscanina

Wellnesshotel mit italienischem Flair. Individuell ausgestattete Designzimmer, Fitnessraum, beheiztes Freibad (15×4 Meter) mit großer Liegewiese und privater Saunawelt.

Thermalbad Straße 6 in Bad Radkersburg, toscanina.at

Vitalhotel

Hotel mit einem Verbindungsgang zur Parktherme, deren Eintritt im Preis inbegriffen ist. Vor der Tür befindet sich das Vital Café, eine italienische Eisdiele mit hausgemachtem Eis.

Thermenstraße 21, vital-hotel.at

Camping Parktherme

Stadtcampingplatz in der Nähe der Parktherme und fünf Gehminuten vom historischen Stadtzentrum entfernt.

Alfred Merlini-Allee 7, parktherme.at/camping

Campingplatz Alt-Weindörfl

Ruhig gelegener Campingplatz der Familie Markowitsch, im Grünen zwischen Weinbergen und Bäumen, am Stadtrand von Bad Radkersburg und neben dem Buschenschank der Familie.

Markowitschweg 4, markowitsch.jimdo.com

Essen & Trinken

Zum Türkenloch

Türkenloch

Markantes Eckgebäude im historischen Stadtzentrum mit dekorativ grau gestrichener Fassade und verschiedenen Räumen mit Gewölbedecken, dunklen Holzbalken und Fußboden. An den weiß verputzten Wänden Schwarzweißbilder von Radkersburg im letzten Jahrhundert. Regionale Küche.

Langgasse 10, tuerkenloch.at

Die Spezerei

Essen Sie ein Mittagessen oder geniessen ein Getränk in diesem Delikatessengeschäft annex Restaurant. Sabine Hermann serviert einen Querschnitt regionaler Produkte, wie Schafskäse, Wurst vom Mangaliza-Schwein, Weine und Fruchtsäfte von regionalen Bauern oder einen Brotaufstrich aus Kürbiskernen. Alle Produkte stehen auch zum Verkauf.

Langgasse 4, diespezerei.com

Kurkonditorei

Genießen Sie Kuchen, Eis oder herzhafte Snacks in Wiener Kaffeehausatmosphäre in der Kurkonditorei nahe der Parktherme. Täglich frisch gebackene Kuchen.

Alfred-Merlini-Allee, kurkonditorei.at

Buschenschänke

Buschenschank Markowitsch

In und um Radkersburg gibt es zahlreiche Buschenschänke mit eigenem Wein und kalten Snacks, wie Fleisch- und Käseplatten und Salate, wie z.B. das Hoamathaus (Laafeld 36, hoamathaus.at) und Markowitsch (Markowitschweg 4, markowitsch.jimdo.com).

Long Life

In Bad Radkersburg können Sie das hiesige Mineralwasser an vielen Orten aus dem Hahn trinken. Unter dem Markennamen Long Life ist es auch in österreichischen Supermärkten wie Billa und Merkur erhältlich.

Sehen & Tun

Hauptplatz

Hauptplatz

Der alte Marktplatz von 1483 ist von zwei Reihen imposanter Häuser umgeben, in denen Adel und Bürgertum lebten. In der Mitte des Platzes steht die Pestsäule (Mariasäule), die an die Pestepidemie von 1680 erinnert, bei der 551 Menschen starben. Am Eck steht das Rathaus, das zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert erbaut und renoviert wurde. Im Inneren ehrt sie die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Drei Gedenktafeln an der Außenseite erinnern an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, an die Soldaten, die im verlorenen Freiheitskampf 1914-1919 ihr Leben verloren, als Radkersburg 1919 den Stadtteil Gornja Radgona auf der anderen Seite der Mur endgültig verlor. Die dritte Gedenktafel wurde in den 1990er Jahren zur Erinnerung an die Verbrechen des Naziregimes errichtet. Ferdinand Neumann, ein jüdischer Unternehmer und Einwohner von Radkersburg, wurde im November 1938 verhaftet und nach Dachau gebracht. Da niemand seine Buchweizenmühle in Betrieb nehmen konnte, wurde er im Januar 1939 nach Radkersburg zurückgebracht und konnte mit seiner Frau nach Italien fliehen – wo er für den Rest seines Lebens in Rom leben würde. Die Gedenktafel zitiert seine Aussage während eines Besuchs in Radkersburg 1988, die sein Heimweh ausdrückt: „Wenn ich nach Österreich reise und mich jemand fragt, wohin ich fahre, antworte ich: ‚nach Hause‘. Wenn sie mich in Radkersburg fragen, wohin ich fahre, sage ich: ‚Nach Rom‘.“

Museum im alten Zeughaus

Innenhof des Museums im Alten Zeughaus

Das Museum ist in einem Gebäude aus dem Jahr 1588 untergebracht, das als Waffen- und Proviantlager für die Armee diente. Wegen seiner Lage an der Grenze hatte Radkersburg lange Zeit eine wichtige strategische Funktion. Nach dem Frieden mit den Osmanen verlor das Zeughaus seine Funktion und Waffen und Munition wurden in das Zeughaus in Graz gebracht. Jetzt bietet das Museum eine faszinierende Reise durch die Geschichte Bad Radkersburgs, mit einer schönen Sammlung alter Zunftkästen und wechselnden Ausstellungen über das Leben in der Region anhand historischer Schwarz-Weiß-Fotografien.

Emmenstraße 9 in Bad Radkersburg, museum-badradkersburg.at

Russisches Denkmal

Das Denkmal auf dem Grazertorplatz erinnert an den Sieg der Roten Armee im Jahr 1945 und stand ursprünglich auf dem Hauptplatz.

Langgasse

Im Mittelalter war diese Straße Teil der Handelsroute nach Ungarn. Am Anfang und am Ende wurde es vom Grazer Tor und dem Ungarischen Tor flankiert.

Frauenplatz

Frauenplatz

Der idyllische Lindenplatz ist durch das barocke Frauentor auf dem Hauptplatz zu erreichen. Auf dem Platz steht die spätbarocke Frauenkirche mit einem schönen Zwiebelturm und zahlreichen niedrigen, mittelalterlichen Häusern. Es wird angenommen, dass der Platz im Mittelalter von den jüdischen Bewohnern Radkersburgs bewohnt war und dass die Kirche auf den Resten einer Synagoge gebaut wurde. Als Kaiser Maximilian Ende des 15. Jahrhunderts Juden aus ganz Österreich vertrieb (vermutlich, weil er große Schulden bei ihnen angehäuft hatte), wurden an vielen Orten, wo es Synagogen gab, sogenannte ‚Marienkapellen‘ gebaut.

Stadtwappen

An vielen Orten in Bad Radkersburg sieht man ein goldfarbenes Wagenrad mit acht Speichen auf einem roten Schild. Das ist das Wappen der Stadt.

Flanieren und Radieren

Auftritte bei Flanieren & Radieren

Diese Veranstaltung mit Aufführungen, Marktständen und Verkostungen findet zwischen Juli und September jeden Freitagabend ab 18.00 Uhr statt. Radieren ist das Trinken eines Cocktails mit Campari als Grundlage, den die Gastronomie für diesen Anlass entwickelt hat. flanieren.at

Brauerei Bevog

Mikrobrauerei, deren Biere Namen wie ‘Smoked Porter Ond’ oder ‘India Pale Ale Kramah’ tragen. Auf den Etiketten befinden sich trollähnliche Fantasiewesen. Im Jahr 2016 wurden Vasja Golars handwerkliche Biere zu den besten in Österreich gekürt. Geführte Besichtigung mit Verkostung nach Anmeldung (ab sechs Personen). Gewerbepark B9 in Bad Radkersburg, bevog.at

Sektkelder Dom Penine

Sektkeller mit Wasserfall

Einhundertfünfzig Jahre altes ‚Haus des Schaumweins‘ auf der slowenischen Seite der Grenze. Hier können Sie Sekt verkosten und kaufen. Eine Kellerführung mit Sektenverkostung ist ebenfalls möglich. In einem der Keller sprudelt ein natürlicher Wasserfall aus den Felsen. Jurkovičeva 5 in Gornja Radgona, radgonske-gorice.si/de

Schloss Oberradkersburg / Chateau Agata

Burg von 1363 auf einer Hochebene über der Mur in Gornja Radgona. Nach einer kürzlichen Renovierung gibt es leider viele kitschige Statuen im Park (denken Sie an Nymphen und verliebte Paare). Zu sehen sind ein Herbarium, die Kapelle und einige Räume. Grajska cesta 28 in Gornja Radgona, chateau-agata.com

Hauptplatz Villach
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© Stanglwirt, Caroline Hechenberger