Sehenswürdigkeit

Gedenkstätte Mauthausen

Text: Emely Nobis, Bild: Frits Roest

Das Konzentrationslager Mauthausen (Oberösterreich) wurde im August 1938, fünf Monate nach dem  Anschluss Österreichs durch Nazideutschland, von der SS errichtet.

Eingang (von innen)

Ausschlaggebend für die Standortwahl war der hier vorhandene Granitsteinbruch. Die Häftlinge wurden zunächst für den Bau des Lagers eingesetzt. Dann mussten sie die SS-Firma “Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH” mit Baumaterialien für die Monumentalbauten des nationalsozialistischen Deutschlands beliefern. Zwischen 1938 und der Befreiung durch US-amerikanische Truppen am 5. Mai 1945, waren mehr als 190.000 Menschen aus mehr als 40 Ländern in Mauthausen oder in einem der vielen Nebenlager inhaftiert, vornehmlich Kriegsgefangene, Juden, Roma und Sinti. Nur die Hälfte überlebte den Schrecken. Zu den besonders schweren Grausamkeiten gehörte die sogenannte Todesstiege, eine Steintreppe, die den Steinbruch mit dem eigentlichen Konzentrationslager Mauthausen verband. Die Beteiligten des Steinträgerkommandos schleppten mehrmals täglich Granitblöcke über die insgesamt 186 Stufen der Treppe 31 Meter nach oben.

Klagemauer

Am 20. Juni 1947 übergaben die sowjetrussischen Besatzungstruppen das ehemalige Konzentrationslager an die Republik Österreich mit der Verpflichtung, dort eine Gedenkstätte einzurichten. Die meisten Häftlingsbaracken, die verbliebenen SS-Baracken und die Steinbruchwerkstätten wurden dann abgerissen und im Frühjahr 1949 wurde die Gedenkstätte offiziell eröffnet. Jetzt ist die Stätte ein würdiges Denkmal für die Opfer des Holocaust. Sie können die Überreste des Lagers und die Wege, die zum Steinbruch führen, besichtigen und an den Dutzenden von Nationaldenkmälern vorbeigehen, die verschiedene Länder nach dem Krieg auf dem Gelände der ehemaligen SS-Verwaltungskaserne aufgestellt haben.

Raum der Namen

Die ehemalige Krankenstation dient seit 1970 als Museum. Seit Mai 2013 sind in diesem historischen Lagergebäude die Dauerausstellungen ‚Konzentrationslager Mauthausen 1938-1945‘ und ‚Mauthausen als Tatort – Auf Spurensuche‘ zu sehen. Auf schwebende Glasplatten im ‚Raum der Namen‘ sind die Namen von mehr als 81.000 Menschen eingraviert, die im KZ Mauthausen und seinen Nebenlagern gestorben sind und deren Namen bekannt sind.

Erinnerungsstraße 1, Mauthausen, mauthausen-memorial.org

© Christian Stemper 2012