Sehenswürdigkeit

Gurker Altar

Er ist eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke Europas: der Dom zu Gurk im Kärntner Gurk.

Text: Emely Nobis, Bild: Frits Roest

Die zwischen 1140 und 1200 erbaute Pfeilerbasilika ist dank einer sechzig Meter hohen Doppelturmfassade weithin sichtbar, aber vor allem das Innere beeindruckt mit Kunstschätzen aus verschiedenen Epochen. Dies beginnt in der vorderen Halle mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert entlang der Wände, die die Geschichte des Alten und Neuen Testaments für das einfache Volk darstellen (Biblia Pauperum). Die Decke ist mit einem tiefblauen Sternenhimmel bemalt, mit in der Mitte das Lamm Gottes. Über dem vorderen Halle befindet sich (hinter der Orgelempore) die Privatkapelle der Bischöfe mit einem Freskenzyklus aus dem 13. Jahrhundert.

An der Rückseite der Kirche befindet sich der älteste Teil: die romanische Krypta aus dem Jahr 1174 mit nicht weniger als hundert Marmorsäulen, die die Decke tragen. Hier steht der Sarkophag der heiligen Hemma, der Schutzpatronin Kärntens, die an der Stelle des heutigen Doms ein Frauenstift gründete. Ihr Leben ist auf gotischen Wandmalereien im rechten Seitenschiff dargestellt.

Es gibt viel Schönes zu sehen, wie das reich verzierte Netzrippengewölbe und eine Pietà von Raphael Donner (1741). Der Hochaltar, der zwischen 1625 und 1632 vom Bildhauer Michael Hönel erbaut und 1654 von Johann Seitlinger vergoldet wurde, ist dennoch für die meisten Besucher der Höhepunkt. Die Liebe zum Detail in diesem absis-füllenden Ensemble (16×9 Meter) mit 72 lebensgroßen Statuen (Heilige, Apostel, Märtyrer) und 82 Engeln ist unglaublich: Jeder Gesichtsausdruck ist einzigartig, jedes Kleidungsstück ist anders gefaltet und verziert. Ein Prunkstück – besonders schön wegen der Vergoldung – das immer wieder aufs Neue die Blicke auf sich zieht.

Domplatz 11, Gurk, kath-kirche-kaernten.at

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